Aus Kundensicht ist System Engineering vor allem eines: die Grundlage dafür, dass der digitale Arbeitsalltag zuverlässig läuft. Mitarbeitende möchten arbeiten, auf Daten zugreifen und ihre Tools nutzen können, ohne sich laufend mit technischen Problemen beschäftigen zu müssen. Genau hier setzt System Engineering an. Es sorgt dafür, dass Geräte, Netzwerke, Plattformen, Schnittstellen und Sicherheitsmechanismen zusammenspielen. 

Der Wandel von «Feuer löschen» zu gestalten

Vor rund zwanzig Jahren sah diese Rolle noch anders aus. IT war in vielen Unternehmen eher etwas, das «im Keller» stattfand. Der System Engineer wurde gerufen, wenn ein Problem bereits da war: wenn der Server ausfiel, das E-Mail nicht funktionierte oder eine Anwendung nicht mehr lief. System Engineers arbeiteten stärker im Hintergrund und oft reaktiv. Die Erwartungen an die IT waren klar: Störungen beheben, Systeme am Laufen halten, punktuell installieren und reparieren.

Heute ist IT längst im Zentrum des Geschäfts angekommen. Arbeitsplätze sind digital, Daten mobil verfügbar und durch die Cloud sowie Collaboration-Tools ist Technologie aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Entsprechend hat sich auch das System Engineering verändert: weg von der reinen Fehlerbehebung, hin zu einem proaktiven, kundenorientierten Service. Systeme werden überwacht, up-to-date gehalten und laufend optimiert, damit Probleme möglichst gar nicht erst entstehen. Kunden erwarten heute zu Recht ein Rundum-sorglos-Paket. 

System Engineer: Beratung und Kommunikation

Damit hat sich auch der Job des System Engineers deutlich gewandelt. Die technische Tiefe bleibt wichtig, aber sie allein reicht nicht mehr aus. Heute braucht es zusätzlich Kommunikationsstärke und Beratungskompetenz. Denn Kunden haben sehr unterschiedliche Wissensstände: Manche möchten einfach, dass alles funktioniert, andere haben klare Vorstellungen und bringen eigenes IT-Wissen mit. In beiden Fällen ist eine transparente und ehrliche Kommunikation zentral. 

Hinzu kommt: Die technologische Komplexität ist massiv gestiegen. Deshalb hat Standardisierung an Bedeutung gewonnen. Der möglichst standardisierte Weg – mit sinnvoller Individualisierung – ist in vielen Fällen die beste Lösung. Standardisierung reduziert Abhängigkeiten von Einzelpersonen, vereinfacht Betrieb und Support und schafft Stabilität im Alltag. Gleichzeitig bleibt Raum für massgeschneiderte Lösungen, etwa bei Automatisierungen, eigenen Skripts oder individuellen Workflows. 

Entwicklung des Systems Engineers

Und wie sieht die Zukunft aus? Alles deutet darauf hin, dass sich System Engineering weiter in Richtung Beratung, Koordination und Spezialisierung entwickelt. Künstliche Intelligenz beschleunigt diese Entwicklung zusätzlich. Denn niemand kann jedes neue KI-Tool bis ins letzte Detail kennen. Umso wichtiger werden die System Engineering Teams, in denen sich einzelne Fachpersonen in bestimmten Bereichen vertiefen, Wissen teilen und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Der frühere Einzelkämpfer wird damit immer mehr zum kollaborativen Experten.

In unser iSource Podcast-Folge System Engineering im Wandel sprechen Moderator Stephan Lendi und Moha Dheini von iSource, über die neuen Anforderungen und Chancen dieses Berufsbilds.